CBAM für Schrauben und Verbindungselemente (KN 7318): Kosten und Lieferantendaten 2026

Schrauben, Bolzen, Muttern, Niete und Unterlegscheiben aus Eisen oder Stahl (KN-Position 7318) gehören zu den Waren, die der CO2-Grenzausgleich CBAM erfasst. Seit dem 1. Januar 2026 gilt die Regelphase: Wer im Kalenderjahr mehr als 50 Tonnen CBAM-Waren einführt, braucht die Zulassung der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) und muss für die grauen Emissionen jeder eingeführten Tonne CBAM-Zertifikate abgeben, erstmals bis zum 30. September 2027. Für Verbindungselemente aus Asien entscheidet vor allem eine Frage über die Kosten: Liefert der Hersteller verifizierte Emissionsdaten, oder gelten die Standardwerte der EU-Kommission mit Aufschlag?
Welche Verbindungselemente unter CBAM fallen
Anhang I der CBAM-Verordnung (EU) 2023/956 nennt in der Kategorie Eisen und Stahl die gesamte KN-Position 7318: Schrauben, Bolzen, Muttern, Schraubhaken, Niete, Splinte, Unterlegscheiben einschließlich Federringe und ähnliche Waren aus Eisen oder Stahl, auch aus nichtrostendem Stahl. Erfasst sind außerdem weitere Stahlwaren des Kapitels 73, etwa die Positionen 7301 bis 7311 und 7326. Verbindungselemente aus Aluminium fallen unter die Position 7616, die ebenfalls zu den CBAM-Waren gehört.
Die 50-Tonnen-Schwelle im Schraubenhandel
Befreit ist nur, wer im Kalenderjahr insgesamt höchstens 50 Tonnen CBAM-Waren einführt, gerechnet als Nettomasse über alle KN-Codes, Standorte und Zollvertreter. Im Großhandel mit Verbindungselementen reichen dafür wenige Containerladungen. Wird die Schwelle überschritten, gelten die Pflichten für alle Einfuhren des Jahres, auch für die ersten 50 Tonnen. Unterhalb der Schwelle wird in der Zollanmeldung der Code Y137 verwendet. Die Zulassung beantragen Sie über das CBAM-Register; die DEHSt kann für die Entscheidung bis zu 120 Kalendertage brauchen.
So entstehen die Kosten je Tonne
Vereinfacht gilt: Kosten je Tonne Ware = (spezifische graue Emissionen − Benchmark × CBAM-Faktor) × Zertifikatspreis − im Ursprungsland gezahlter CO2-Preis. Der CBAM-Faktor bildet die kostenlose Zuteilung im EU-Emissionshandel ab, die nach geltendem Recht ausläuft: 0,975 für 2026, 0,95 für 2027 und null ab 2034. Für Einfuhren aus 2026 gilt der Durchschnittspreis des Einfuhrquartals: 75,36 Euro im ersten, 75,28 Euro im zweiten und 82,32 Euro im dritten Quartal.
Wie groß die Spanne ist, zeigt eine Beispielrechnung des Fachverbands des Schrauben-Großhandels (FDS) mit einem angenommenen Zertifikatspreis von 80 Euro. Auf Basis der Standardwerte ergeben sich für 2026 je nach Ursprungsland und KN-Unterposition rund 132 Euro je Tonne für Schrauben aus Taiwan, rund 227 Euro aus der Türkei, rund 397 Euro aus Indien und rund 471 Euro aus China. In einem hypothetischen Beispiel für Vietnam sinken die Kosten mit verifizierten Ist-Werten von rund 136 auf rund 52 Euro je Tonne.
Der Aufschlag auf die Standardwerte steigt von 10 Prozent für 2026 auf 20 Prozent für 2027 und 30 Prozent ab 2028, während der CBAM-Faktor sinkt. Wer dauerhaft mit Standardwerten rechnet, zahlt also jedes Jahr mehr.
Welche Daten Ihre Lieferanten liefern müssen
Verifizierte Ist-Daten des Herstellers sind der wichtigste Hebel. Fordern Sie von jedem Werk mindestens:
- die spezifischen grauen Emissionen je Ware und Anlage, berechnet nach der CBAM-Methodik der EU;
- die eingesetzten Vorprodukte, etwa Walzdraht oder Stabstahl, samt deren Emissionen und Herkunftsanlage;
- den Prüfbericht einer akkreditierten Prüfstelle für das jeweilige Jahr;
- gegebenenfalls Nachweise über einen im Ursprungsland tatsächlich gezahlten CO2-Preis.
Betreiber in Drittstaaten können ihre Daten über das O3CI-Portal direkt im CBAM-Register bereitstellen. Der FDS hält es allerdings für höchst unwahrscheinlich, dass für Einfuhren aus 2026 schon in großem Umfang verifizierte Ist-Werte vorliegen, unter anderem wegen knapper Prüfkapazitäten. Planen Sie für 2026 deshalb mit Standardwerten, bilden Sie Rückstellungen und nutzen Sie das Jahr, um die Daten für 2027 zu sichern.
Wer bei Dutzenden oder Hunderten Werken in China, Indien, Vietnam oder Taiwan einkauft, braucht einen festen Ablauf: Datenanfragen je Werk und Ware, Rücklauf und Erinnerungen, Ablage der Prüfberichte und die Zuordnung zu jeder Einfuhr nach KN-Code.
Typische Fehler
- Die Schwelle pro Sendung oder pro Zollvertreter berechnen statt pro Einführer und Kalenderjahr.
- Daten vom Händler statt vom herstellenden Werk übernehmen.
- Nicht verifizierte Lieferantenwerte verwenden: Sie ersetzen die Standardwerte nicht.
- Keine Rückstellungen bilden, weil die Zertifikate für 2026 erst ab Februar 2027 gekauft werden.
- Die geplante Ausweitung übersehen: Die Kommission hat im Dezember 2025 vorgeschlagen, rund 180 nachgelagerte Stahl- und Aluminiumprodukte einzubeziehen; Warenliste und Starttermin stehen noch nicht fest.
Wie Carbonova unterstützt
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Fallen Schrauben unter CBAM?
Ja. Die gesamte KN-Position 7318 gehört zu den CBAM-Waren der Kategorie Eisen und Stahl: Schrauben, Bolzen, Muttern, Niete, Splinte, Unterlegscheiben und ähnliche Waren aus Eisen oder Stahl. Die Pflichten greifen, sobald ein Einführer im Kalenderjahr mehr als 50 Tonnen CBAM-Waren einführt.
Was kostet CBAM für importierte Schrauben?
Das hängt vom Ursprungsland, vom Herstellungsweg und von der Datenlage ab. In der Beispielrechnung des FDS liegen die Kosten für 2026 auf Basis der Standardwerte zwischen rund 130 und 470 Euro je Tonne, bei einem angenommenen Zertifikatspreis von 80 Euro. Verifizierte Ist-Werte des Herstellers können den Betrag deutlich senken.
Wann muss ich die Zertifikate für 2026 kaufen?
Ab Februar 2027 auf der gemeinsamen zentralen Plattform. Die Abgabe für alle Einfuhren aus 2026 ist zusammen mit der ersten CBAM-Erklärung bis zum 30. September 2027 fällig.
Quellen
- Verordnung (EU) 2023/956, Anhang I (EUR-Lex)
- Verordnung (EU) 2025/2083 (EUR-Lex)
- Durchführungsverordnung (EU) 2025/2621 (EUR-Lex)
- DEHSt: CBAM-Regelphase 2026
- FDS: Berechnung der CBAM-Kosten 2026 (PDF)
- EU-Kommission: Preis der CBAM-Zertifikate
Zuletzt geprüft: 22. Oktober 2026





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