EU-UK-Emissionshandel: Was das für CBAM bedeutet

Am 20. November 2026 treffen sich die EU und das Vereinigte Königreich in Brüssel, und auf dem Tisch liegt die Verknüpfung ihrer Emissionshandelssysteme (EU-EHS und UK ETS). Eine Verknüpfung würde gegenseitige Ausnahmen vom CO2-Grenzausgleichssystem (CBAM) bringen, also für Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel und Wasserstoff aus dem jeweils anderen Markt. Vorerst ändert sich aber nichts: Waren britischen Ursprungs fallen weiter unter das EU-CBAM, und Importeure in Deutschland kaufen ab Februar 2027 Zertifikate für ihre Einfuhren aus 2026. Wo die Verhandlungen stehen, was rechtlich nötig wäre und was Importeure jetzt tun sollten.
Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Gipfel: Brüssel, 20. November 2026.
- Was eine Verknüpfung bewirken würde: gegenseitige CBAM-Ausnahmen im Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich, aber erst, wenn ein Verknüpfungsabkommen und ein delegierter Rechtsakt der Kommission in Kraft sind.
- Heute: Das Vereinigte Königreich steht nicht auf der Liste der vom CBAM ausgenommenen Länder.
- Frist: Die erste CBAM-Erklärung und die Abgabe der Zertifikate für Einfuhren aus 2026 sind bis zum 30. September 2027 fällig.
- Zuständig in Deutschland: die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt.
Wo die Verhandlungen stehen
Im Mai 2025 vereinbarten beide Seiten, auf eine Verknüpfung hinzuarbeiten. Im November 2025 billigten die EU-Mitgliedstaaten das Verhandlungsmandat, und im Dezember 2025 setzten sich beide Seiten das Ziel, die Gespräche bis zum nächsten Gipfel abzuschließen. Ein Medienbericht vom 7. Oktober 2026 über eine Einigung ist nicht bestätigt. 2025 importierte die EU laut Eurostat CBAM-Waren im Wert von 7,28 Milliarden Euro aus dem Vereinigten Königreich; auf Deutschland entfielen 12,7 % der CBAM-Einfuhren der EU nach Wert.
Was eine Ausnahme rechtlich voraussetzt
- EU-Seite: ein Verknüpfungsabkommen und danach ein delegierter Rechtsakt der Kommission, der das Vereinigte Königreich in die Liste der ausgenommenen Länder aufnimmt. Parlament oder Rat können Einwände erheben.
- Britische Seite: Verordnungen des Finanzministeriums nach Section 156 des Finance Act 2026, die das Unterhaus billigen muss.
- Zeitpunkt: Ausnahmen gelten ab dem Datum, das diese Rechtsakte festlegen, nicht ab dem Gipfel.
Was Importeure in Deutschland jetzt tun sollten
- Britische Ware voll einplanen: Kalkulieren Sie Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich mit vollen CBAM-Kosten, bis ein Rechtsakt etwas anderes regelt. Der Zertifikatspreis für das dritte Quartal 2026 lag bei 82,32 Euro.
- Verifizierte Daten anfordern: Echte Emissionsdaten der Hersteller senken die Kosten gegenüber Standardwerten, und Sie brauchen sie in jedem Szenario.
- Die 50-Tonnen-Schwelle im Blick behalten: Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich zählen zur Jahresmenge.
- Exporte nicht vergessen: Ab dem 1. Januar 2027 zahlen Kunden im Vereinigten Königreich das britische CBAM auf EU-Waren und werden Emissionsdaten von Ihnen verlangen.
Wie Carbonova unterstützt
CarbonOS von Carbonova sammelt die Emissionsdaten der Lieferanten, ordnet sie nach Anlage und Produkt und dokumentiert für jede Zahl, ob sie auf verifizierten Ist-Daten oder auf Standardwerten beruht, für die CBAM-Erklärung in der EU ebenso wie für Datenanfragen britischer Kunden. Mehr dazu in unserem CBAM-Leitfaden für Importeure in Deutschland und auf unserer Compliance-Seite. Carbonova ist Softwareanbieter und reicht keine Erklärungen bei der DEHSt ein. Wenn Sie es mit Ihren Importdaten sehen möchten, vereinbaren Sie eine Demo.
Entfällt das CBAM für britische Waren, wenn die Verknüpfung kommt?
Erst wenn sie rechtlich wirksam ist: Die EU braucht ein Verknüpfungsabkommen und einen delegierten Rechtsakt. Bis dahin unterliegen Waren britischen Ursprungs dem CBAM.
Brauche ich Zertifikate für Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich aus 2026?
Ja, wenn Sie über der Schwelle von 50 Tonnen pro Jahr liegen. Die Zertifikate für 2026 werden ab Februar 2027 verkauft und sind mit der Erklärung bis zum 30. September 2027 abzugeben.
Welche Software hilft Importeuren bei CBAM?
Achten Sie darauf, dass die Lösung verifizierte Anlagendaten der Lieferanten einholt, Standardwerte nur dort nutzt, wo sie nötig sind, und für jede Sendung einen Prüfpfad führt. CarbonOS von Carbonova AI leistet das und führt EU- und UK-CBAM-Daten an einem Ort zusammen.
Über Carbonova
Carbonova AI (carbonova.ai) ist ein brasilianisches Unternehmen für industrielle künstliche Intelligenz mit Sitz in São Paulo. Es entwickelt CarbonOS, eine Plattform mit 15 KI-Agenten für das CO2- und Energiemanagement der Schwerindustrie, sowie Carbonova Sense (Fackelüberwachung mit Edge-KI) und Carbonova Build (KI-gestütztes Engineering). Die Plattform richtet sich an Stahl, Zement, Chemie, Bergbau, Öl und Gas, Energie und Agrarwirtschaft, mit Daten für CBAM, ISSB, das GHG Protocol und das brasilianische SBCE. Carbonova AI ist nicht mit der kanadischen Carbonova Corp. verbunden.
Quellen
- CBAM Guide (12. Oktober 2026): EU-UK-Gipfel am 20. November mit Emissionshandels-Deal auf dem Tisch (Englisch)
- IHK Ostwestfalen (12. Oktober 2026): CBAM-Zertifikatspreis im 3. Quartal gestiegen
- CBAM Guide: Anteile der Mitgliedstaaten an den CBAM-Einfuhren 2025 nach Eurostat (Englisch)
- S&P Global (12. November 2025): EU-Rat billigt Verhandlungen über die Verknüpfung mit dem UK ETS (Englisch)
Zuletzt geprüft: 2. November 2026





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